Wie jeder Künstler hatte auch ich Selbstzweifel. "Vielleicht solltest du doch die Banklehre machen, welche deine Eltern soooo bevorzugen", schoss es mir in den Kopf. Und das ausgerechnet in meiner Resignationsphase. Gebrochen in meiner doch so stark begonnenen Kreativ-Karriere, trug ich also nun täglich Anzug und Schlips. In den Folgejahren durfte ich mich, der für meine Person so spannenden Soll/Haben Buchführung, sowie den Bestsellern Aktiengesetz, Bankenrecht etc. hingeben. Danach, am Boden meiner Kreativität angelangt, machte mich die Weiterbildung zum Versicherungsfachmann mit Spezialgebiet Sach- und Lebensversicherung endgültig fertig.

 

Aber mein Arsan´scher Kämpferinstinkt war nicht ganz verloren und ich beschloss ins Ausland zu gehen, meinem geliebten München den Rücken zu kehren. Meine Wahl fiel auf Schottland. Ein Land, dass ich jedem Natur- und Treckingfan nur empfehlen kann! Wer einmal an der Küste für drei Tage bei einem Fischer arbeitet, dafür freie Kost und Logis (ich und mein Rücken werden die alte Truhe mit der Strohmatratze nie vergessen...) erhält, der bekommt plötzlich völlig neue Eindrücke über das Leben! Wahrscheinlich half aber auch der von meinem "Arbeitgeber" schwarzgebrannte Scotch bei der angestrebten Selbstfindung erheblich!

 

Nach 6monatiger Abstinenz kam ich nach München zurück. Mit der festen Absicht mein Abitur nachzuholen um danach zu studieren. Abitur hab ich hinbekommen und Studium zumindest angefangen, aber wer schon einmal auf den Heizkörpern der Münchner Ludwigs-Maximilian-Universität einer fesselnden 3stündigen Vorlesung über Statistik lauschen durfte, der kann sich genau vorstellen, welche enorme Antriebsfeder solche Umstände sind. Ich war offen für neues und plötzlich, wie aus dem Nichts, holte mich meine Vergangenheit wieder ein...

 

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